Round Table: Lehramtsstudium inklusive Intersektionalität? Modelle, Hürden und Perspektiven in der Diskussion: Natascha Korff

Ein Lehramtsstudium, das für die Unterstützung inklusiver Entwicklungen in Schulen qualifiziert, muss die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Dimensionen von Heterogenität, deren Konstruktion und damit einhergehenden Diskriminierungsprozessen und sozialen Ungleichheitslagen beinhalten. Dabei gilt es nicht nur dichotome Zuschreibungspraktiken wie Kinder und Jugendliche mit und ohne sog. Behinderung zu überwinden, sondern ein reflexives Verständnis von der Genese interdependenter Differenzkategorien (Walgenbach 2007) und ihrer Ambiguität und Folgen für gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten zu entwickeln. Diesbezüglich ist das Potenzial einer intersektionalen Perspektive für inklusive Entwicklungen mehrfach herausgestellt worden (vgl. Budde/Hummrich 2015; Amirpur/Platte 2015; Schildmann 2012).

 

Neben den wichtigen Impulsen, die diese Perspektive in das Lehramtsstudium einbringt, ergeben sich auch zahlreiche diesbezügliche Fragen: Wie und in welcher Form lassen sich pädagogische Implikationen aus intersektionalen Analysen ableiten? In welcher Art wird Intersektionalität verankert –  als exemplarische Vertiefung(en), als Überblicksveranstaltung(en) oder als sog. Querschnittsthema? Können andere Inhalte aus dem Curriculum gestrichen werden, um Raum für die intersektionale Betrachtung zu erhalten? etc.

 

Mit dem Round Table ist beabsichtigt, diese und weitere Fragen in einer offenen Podiums-Publikums-Diskussion zu adressieren. Als Impulse dienen Beispiele aus verschiedenen Lehramtsstudiengängen. Die Sitzung gliedert sich in zwei thematische Blöcke:

  1. Verankerung in der Studienstruktur
  • Mai Anh Boger, Anne Köker und Birgit Lütje Klose berichten aus dem Studiengang ‚Lehramt an Grundschulen mit Studienschwerpunkt Integrierte Sonderpädagogik‘ der Universität Bielefeld.
  • Mishela Ivanova, Lisa Pfahl und Monika Windisch stellen Überlegungen aus der Entwicklung des Curriculums zum Spezialisierungsfach Inklusive Pädagogik vor, das zum WiSe 16/17  im Verbund Westösterreich angeboten wird.
  1. Umsetzung in Module und Seminaren
  • Frank J. Müller und Natascha Korff erörtern Möglichkeiten und Widersprüche einer Einbindung in förderschwerpunktbezogene Module in der Doppelqualifikation Lehramt Grundschule und Sonderpädagogik an der Universität Bremen.
  • Elisabeth Plate und Simone Seitz diskutieren ausgehend von der Gestaltung eines Ringseminares zum Themenfeld Intersektionalität im Lehramtsstudium der Universität Paderborn die Verankerung von Inklusion als ‚Querlage‘.

 

Die vier Impulsbeiträge beleuchten jeweils kurz die Bedeutung der intersektionalen Perspektive für die Qualifizierung von Lehramtsstudierenden und damit verbundene Herausforderungen und Fragen.

Der Round-Table versteht sich als ein offener Austausch, der Anregung zu weiteren gemeinsamen Diskussionen, Entwicklungen oder Forschungen sein kann.

Freitag, 24.02.2017, 17:00 – 19:00 Uhr

 

 


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